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Was ist Lindy Hop?

Seit einigen Jahren erlebt der Swingtanz “Lindy Hop” eine Renaissance. Dieser Tanzstil der 20er, 30er und 40er wurde Ende des vorigen Jahrhunderts wiederentdeckt, und neue Hepcats, so bezeichnet man die Swingfans, jammen sich dazu weg.

Was sind die Wurzeln dieses Tanzes? In den 1920ern entstand der Lindy Hop aus einer Vielzahl von Quellen, basierend auf einer Improvisation diverser Tanzschritte. Der Lindy Hop ist eine Sythese von Charleston, Jazztanz, Fox Trot, Texas Tommy und anderen Tänzen. Die Ära des Hot Jazz, des Charleston, ging 1927 zu Ende und es entwickelte sich ein ruhigerer Musikstil, genannt Swing. Der dazugehörige Tanzstil nannte sich einfach Hop.

Wie kam eigentlich der Lindy Hop zu seinem Namen? Dazu gibt es folgende Legende: 1927 gelang Charles Lindbergh erstmals ein Soloflug über den Atlantik. Zur gleichen Zeit fand ein Tanzturnier in New York statt. “Shorty” George Snowden, ein begnadeter Tänzer, tanzte während eines Tanzturniers ein paar ungewöhnliche Schritte. Ein Reporter fragte ihn: “What are you doing?”. Inspiriert von den Schlagzeilen der Zeitungen über den Flug von Charles Lindbergh antwortete er spontan: “I’m doin’ the Lindy Hop”. Der Name für den Tanz war somit geboren. Diesen phantastischen Tanz tanzte man vornehmlich in New York und da im Savoy Ballroom, wo die besten schwarzen Tänzer der Welt dort ihr Stelldichein gaben. Der Floor Manager des Savoy formierte ein tänzerisch einmaliges Team, die Creme de la creme der Lindy Hopper. Er nannte dieses Team “Whitey’s Lindy Hoppers” und schickte es in Amerika und auf die ganze Welt auf Tournee.
Man schrieb das Jahr 1936 als der Lindy Hop eine kleine Revolution erlebte. Um ein Tanzturnier zu gewinnen, “erfand” Frank Manning, ein hochbegabter Tänzer und Choreograph der Whitey’s Lindy Hoppers, die so genannten Luftschritte, die air steps. Von da an wurde der Lindy Hop immer akrobatischer und überdies die Jazzschritte immer schwieriger.
Der Tanz begann sich im Showbusiness und Film zu etablieren. Das Große Rennen (A Day At The Races), ein Film mit den berühmten Marx Brothers, zeigte Lindy Hop von seiner phantastischen Seite. Die wohl berühmteste Tanzszene des Lindy Hop ist im Film Hellzapoppin’ verewigt. Ein atemberaubendes Tempo, schwierige Akrobatik, exzellente Technik – kurz: Lindy Hop im Vollendung. Ende des 2. Weltkrieges wurden die Bands immer kleiner, denn kaum ein Veranstalter konnte sich die ganze Band mit seinen vielen Spielern und Solisten leisten. Die Musik änderte sich und die Tänze und Tanzstile wurden neu gestaltet. Die Blütezeit des Swing ging zu Ende. Der Sound wurde härter, so auch der Tanzstil. Der Rock’n’Roll verdrängte die Orchester und auch den Lindy Hop vom Tanzparkett. Elvis Presley anstatt Benny Goodman war angesagt. Beat, Disco und Hip Hop ließen den Swing und Rock’n’Roll fast vergessen. Aber nur beinahe.

In den 1980ern gruben einige Enthusiasten die “alten” Wurzeln dieses wunderbaren Tanzes wieder aus. Viele Workshops wurden abgehalten und ganze Pilgerströme zu den letzten lebenden Tanzlegenden der damaligen Zeit waren zu verzeichnen. Swing Bands wurden gegründet und Swingtanzclubs schossen wie Pilze aus dem Boden. Der Lindy Hop erlebt eine Renaissance. Get dressed, stürmt die Clubs und los geht’s: The joint is now really jumpin’.

Was ist Balboa?

Balboa ist ein Swingtanz der 1930er der sich besonders durch eine elegante und raffinierte Fußarbeit in geschlossener Tanzhaltung (Pure Balboa) auszeichnet. Neben dem Pure Balboa entwickelte sich auch der um Drehungen und Separationen erweiterte Bal Swing.

Besonders bewährt hat sich Balboa in vollen Tanzsälen, da er selbst bei schnelleren Tempi interessant und gleichzeitig platzsparend tanzbar ist. Balboa charakterisiert sich vielmehr als “Tanz für Tänzer” und weniger als “Tanz für Zuseher”.

Performance von Rudi & Tiphaine am Vienna Swing Exchange 2014

Trainerperformance beim Balboa Castle Camp 2015

Was ist Shag?

Shag ist ein in den 1920ern bis 1940ern entwickelter Partnertanz, welcher üblicherweise zu sehr schneller Jazzmusik getanzt wird. Die lustigen Bewegungen erinnern zum Teil an Szenen früher Zeichentrickfilme.

Wenn wir von Shag sprechen meinen wir hier in der Regel die heute differenziertere Bezeichnung Collegiate Shag.

Die relevantesten historischen Referenzen zu Collegiate Shag wie er heute getanzt wird sind die Tanzsequenzen aus den Filmen Blondie Meets the Boss(1939), Mad Youth (1940), Kid Dynamite (1943) und natürlich Arthur Murray’s Tanzschule.

Wer etwas mehr über die Geschichte des Shag erfahren möchte, dem sei hier Peter Loggins’ Artikel zu empfehlen:
www.collegiateshag.com/history.html

I Collegiate Shag Video der Wiener Shag Community

Shag Showcase von Stephen & Chandrae – Rock that Swing 2013: